Miteinander Wege gehen,

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50 Jahre Wielandschule

1914
2018

Die Wielandschule feierte im Schuljahr 2018/2019 ihr 50-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass haben wir rund um das Schuljubiläum interessante Aktivitäten, Veranstaltungen und Informationen an dieser Stelle zusammengestellt.

 

Ein persönlicher Nachklapp zu unserem Jubiläumsjahr von Klaus Heitele:

Good bye Jubiläum! Oder irgendwas bleibt?!

Das war er also, der definitiv-ultimative Showdown unseres Jubiläumsjahres, das uns einerseits extrem beanspruchte, strapazierte und vielleicht auch hin und wieder Nerven gekostet hat. Andererseits aber einige sehr gelungene events und Aktivitäten zu Tage brachte, die wir erfolgreich im Kollektiv kreiert und konzipiert hatten und dafür als feedback viel Lob, anerkennende Worte und Schulterklopfen erhielten.

Jäh und unerwartet konfrontiert wurde ich an jenem Montagmorgen-es war der 15. Juli 2019-mit dem unwiderruflichen Ende unseres Jubiläumsrausches, als ich mit einem Becher Kaffee bewaffnet die Mensa verließ. Es war kurz nach neun Uhr. Ein Spezialfahrzeug mit Hubaufzug stand an der Wielandschule, ein Mann im Korb machte sich daran, unsere Jubiläumsfahne einzuholen bzw. zu entfernen. Ich hielt an und inne, beobachtete den unromantischen Vorgang, unser aller flag down sozusagen. Kommentarlos drückte mir der Mann die Fahne in die Hand und verschwand wieder so schnell und unauffällig, wie er gekommen war.

Das war es also, das ritualisierte symbolishe Ende eines erfolg- und erreignisreichen Jubiläumsjahres-ganz nüchtern und unspektakulär.

Gleich kam mir-wie so ein Phantomschmerz-das nun flaggenlose Wielandgebäude einen Tick trister vor, ohne das für ein Jahr lang sichtbare Zeichen für den positiven Ausnahmezustand der Wielandschule...zur Kenntnisnahme-aktiv oder passiv-für die Öffentlichkeit in der stets zirkulierenden und pulsierenden Rabenstraße. Nun verschwindet die Jubiläumsflagge in den internen Archiven der Einrichtung. Fast ein Jahr lang trotzte sie Wind, Sturm, Regen, Hitze und sonstigen wetterbedingten Widrigkeiten. Sie erinnerte mich aber auch tagtäglich jeden Morgen daran, was noch zu tun, zu erledigen ist bzw. war bei meinem persönlichen Obulus für das Jubiläum. Sie war auch die textil-plakative omnipräsente Inkarnation meines permanent schlechten Gewissens, wenn ich mal wieder zeitlich im Rückstand war oder eine bestimmte Frist überschritten hatte. Ihr stummes, wortloses Anklagen kam mir manchmal schlimmer vor wie die quartalsmäßige Nachfrage meiner Vorgesetzten über den Status quo meiner Arbeiten.

Nun hat es ausgedient, das gute Stück!

Der pädagogische Alltag ist wieder eingekehrt, die Schule befindet sich wieder im Normalmodus. Der Fokus liegt wieder auf der alltäglichen Unterrichtsarbeit. Es müssen keine Jubiläumsevents wie Festakt, Tag der offenen Tür etc. konzipiert, organisiert und realisiert werden. "Business as usual" lautet nun wieder die vertraute Devise.

Wem bringt bzw. brachte das Jubiläum was?

Abschließend noch ein paar Denkanstöße/Impulse zum Jubiläum in derRetrospektive, in der Schulhistorie. Was können wir-so würde ein Banker analysieren-auf der Habensete verbuchen, für jetzt und für die Zukunft?

Klar, wir können kollektives, gegenseitiges Schulterklopfen praktizieren, wir haben ein für unsere Schule respektables Mammutprogramm absolviert.Das führt(e) zu einer beachtlichen und vermutlich nachhaltigen Stärkung unseres Wir-Gefühls. Auch eine kleine Schule kann es also durchaus schaffen, erfolgreich und multilateral in den Fokus der Öffentlichkeit zu kommen. Wir hatten eine tolle Medienpräsenz, tolle feedbacks, erhielten viele lobende und anerkennende Worte von Gästen und Besuchern. Aber schöne worte sind oft Schall und Rauch mit sehr geringer Nachhaltigkeit. Was bleibt wirklich?

Erstmals, so glaube ich, können wir alle stolz sein auf unsere Leistung und auf unsere Schule. Als ich unsere Schule beim Kreativteil der Schulen a,m Heimatfestmontag in geschlosener strukturierter Formation in rotmit dem gelungenen maßstabsgetreuen Holzmodell unserer Schule als einmaliges Unikat im Schlepptau vom Straßenrand aus sah, lief mir schon ein Schauer über den Rücken...Ich war stolz, dass ich auch ein kleines Zahnrädchen in diesem funktionierenden Getriebe bin bzw. sein darf.

Aber jetzt doch noch die ultimative Antwort auf die alles entscheidende Frage: "Was bleibt...?"

Eine befriedigende Antwort darauf wäre sehr wichtig, shließlich leben wir im Zeitalter der Rentabilität und Amortisation....sprich, was bringt das schon oder wem nützt es?

Die für mich sowohl prägnante als auch plausible Antwort lautet ganz schlicht und einfach: "Irgenwas bleibt."  Die gezeigte kollektive Leistung gibt uns auch für zukünftige Aufgaben-auch wenn es jetzt jahrzehntelang kein Jubiläum mehr geben wird-dennoch Halt und Sicherheit, dass wir im Ernstfall in der Lage sind, Großes, Außergewöhnliches zu schaffen...Hier an unserer Schule, an diesem sicheren Ort.

Also hat das zeit- und arbeitsaufwändige Jubiläumsjahr auch uns als Gemeinschaft viel gebracht, war nicht nur Show, Spektakel oder Effekthascherei für die Öffentlichkeit, keine Selbstbeweihräucherung, kein egoistisches Imponiergehabe, kei "fishing for compliments."

Also, werte Kollegen und Kolleginnen bzw. ihr geliebten "Krieger des Lichts"-um bei Silbermond zu bleiben. Ihr habt euch im Jubiläumsjahr erfolgreich auf den Weg gemacht, ihr ward gebraucht hier. Seid bedacht, beruhigt und befreit. Seid auch verrückt von Zeit zu Zeit! Nicht nur im Jubiläumsjahr. In diesem Sinne wünsche ich allen einen erfolgreichen Start ins neue-jubiläumsfreie- Schuljahr!

 

 

 

Quelle Postkarte (Bild links): https://www.laupheimer-ansichtskarten.de/1910-1919/0506-laupheim-neues-schulhaus.html; Verlag und Urheber C. Müller, Photograph, Laupheim

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