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Miteinander Wege gehen,

                                Voneinander lernen,

                                                        Füreinander da sein!

     +++  ab 21.09.2020 Unterricht gemäß Stundenplan  +++     
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Die Namensgebung

Warum heißt unsere Schule eigentlich Wielandschule und nicht Rabenschule?

Wir gehen zurück in das Jahr 1954. Im Januar findet eine öffentliche Sitzung des Laupheimer Gemeinderates statt. Ratschreiber Kieninger erwähnt in seinem Protokoll ein Preisausschreiben zur Namensgebung. 100 DM Preisgelder werden ausgelobt.

 

Wie soll das Schulhaus in der Rabenstraße zukünftig heißen?

  • Stadtrat Dr. Maier schlägt den Namen „Rabenschule“ vor.

  • Stadtrat Gönner – Vorfahren von Ex-OB Ivo Gönner – beauftragt für das Schulhaus in der Rabenstraße den Namen Wielandschule. Wieland sei in Oberholzheim geboren und habe im Kreise gelebt. Die Bezeichnung wäre kurz, bündig und „vokalreich“.

  • Stadtrat Dr. Heidlin argumentiert dagegen, dass Wieland praktisch mit der Stadt nichts zu tun habe. Er sei wohl in Oberholzheim geboren, aber bald nach der Geburt nach Biberach gekommen. Außerdem bestünde der Name Wielandschule bereits in Biberach.

  • Stadtrat Obstbaum will den Namen für unsere Schule noch offen lassen.

  • Stadtrat Mann tritt dem Antrag des Stadtrates Gönner bei. Er habe im Schillermuseum in Marbach/Neckar den Namen Wielands als „im Oberamt Laupheim geboren“, festgestellt.

  • Stadtrat Dr. Maier stimmt nun den Ausführungen von Gönner und Mann zu. Wieland sei evangelischer Geistlicher gewesen und anerkannt als Schriftsteller. Dies wäre auch ein Entgegenkommen gegenüber dem evangelischen Bevölkerungsteil Laupheims.

 

Nachdem die Bezeichnung „Rabenschule“ abgelehnt wurde, wird beschlossen bei einer Nein-Stimme, drei Enthaltungen und elf Ja-Stimmen das Schulhaus in der Rabenstraße „Wielandschule“ zu benennen.


Wer war Christoph Martin Wieland?     

Den belesenen Literaten dürfte Christoph Martin Wieland bestens bekannt sein, bei allen anderen schließen wir nun eine (Bildungs-) Lücke.

Am 5. September 1733 erblickte Christoph Martin Wieland in Oberholzheim das Licht der Welt.

Bereits mit 3 Jahren erhielt er von seinem Vater Thomas Adam jr. Unterricht und förderte seine Geistesanlagen in Form von „Wissbegier, schneller Auffassungsgabe und einem trefflichen Gedächtnis“ (Döring, H. 2016). Nicht nur Latein, Griechisch und die Naturwissenschaften begeisterten ihn, sondern auch die Geschichte und die Poesie. Mit 12 Jahren schrieb er seine ersten Werke. Nach dem Umzug nach Biberach besuchte er dort die Biberacher Stadtschule. Wielands weiterer Werdegang war von stetigem Wechsel geprägt.

1749 begann Wieland ein Philosophiestudium an der Universität Erfurt. Nach nur einem Jahr brach er das Studium ab und wechselte widerwillig zum Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Tübingen. Auch dieses Studium beendete er vorzeitig. Von nun widmete er sich ganz dem Schreiben. 1751 erstellte er sein erstes größeres Werk „Die Natur der Dinge. Ein Lehrgedicht in 6 Büchern“.

Die Familie drängte ihn 1765 Anna Dorothea von Hillenbrand zu heiraten. Mit ihr hatte Wieland 14 Kinder. Wieland schwärmerische Gedichte wurden zunehmend von der Zeit geprägt und erhielten eine nüchterne und ironische Note. 1766 veröffentlichte Wieland den überaus erfolgreichen Bildungsroman „Die Geschichte des Agathon“. Wieland war inzwischen zu einem berühmter Dichter der Aufklärung geworden. Er wurde an die Universität Erfurt als Professur für Philosophie berufen.

Im weiteren Verlauf zog Wieland nach Weimar und lehrte als Prinzenerzieher am Hof von Herzogin Anna Amalia. Sogar Goethe, Schiller und Herder wurden nach Weimar an den Hof geladen. 1773 erschien die Erstausgabe Wielands‘ eigener Zeitschrift „Teutsche Merkur“. Ein lang gehegter Wunsch ging in Erfüllung.

Ab 1775 zog sich Wieland aus der Öffentlichkeit zunehmend zurück. Die Sturm und Drang Epoche war für Wieland unverständlich und so kaufte er sich das Gut Oßmannstedt und lebte dort als Landwirt. Nach mehreren Schicksalsschlägen musste Wieland das Gut wieder verkaufen und der Weg führte ihn zurück nach Weimar.

Am 20. Januar 1813 erlag Wieland seinen Erkrankungen.

Quelle: Döring, H. (2016): Christoph Martin Wieland. Eine Biographie. Verlag der Contumax GmbH & Co KG. Berlin

 

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